Argentinien

Nach 89.288 km erreichten wir auf ca. 4.500 Höhenmeter am Sico Pass die Grenze nach Argentinien. Obwohl man den Nachbarländern Chile und Argentinien Animositäten nachsagt, haben wir weltweit noch keine so effektive Landesgrenze passiert. Es gab nur einen großen Grenzposten, in dem wir an einer Fensterfront von Schalter zu Schalter liefen. Ausreise Chile, einen Schritt weiter Einreise Argentinien, einen Schritt weiter Ausreise Pancho und mit dem letzten Schritt wurden Panchos Daten in den argentinischen Computer eingespeist. So benötigten wir nur 25 Minuten bis sich die Schranke vor uns erhob. Der Zollbeamte warf nur aus Neugierde einen Blick in Pancho und fragte dann ob er ein paar Bilder knipsen könnte. Fertig und übrigens im Grenzposten wurde reichlich gescherzt und gelacht; wunderbar.

 

Wir kamen aus der Atacamawüste und blieben im wüstenartigen Nordwesten Argentiniens. Landschaftlich änderte sich zunächst nichts, als wir nach einem Tag auf angenehmen 3.000 Höhenmeter waren, erstrahlten die Berge in roten und orange Tönen. Selbst in der ersten Kleinstadt konnten wir kaum Unterschiede zu Chile feststellen, weder bei der Freundlichkeit der Menschen, noch bei der Bauweise und leider auch nicht bei den Preisen an der Tankstelle oder im kleinen Laden. Auffällig waren die vielen argentinischen Reisenden, die es vor allem mit dem Motorrad hinaus trieb um ihr eigenes Land zu entdecken; großartig.

 

Das achtgrößte Land der Welt können wir nicht einmal ansatzweise bereisen. Wir werden auf unserem Weg nach Süden die Grenze nach Chile immer wieder überqueren, um so in beiden Ländern einiges von Patagonien bestaunen zu können. Fixpunkte werden das Seengebiet, El Chaltén, Ushuaia auf Feuerland und Buenos Aires sein. Viele andere Ziele stehen auf unserem Wunschzettel, was zeitlich machbar ist wird liebend gerne angesteuert. Eins ist sicher, wenn Ushuaia erreicht ist, ist die Panamericana für uns zu Ende. Danach gibt es nur noch eine Himmelsrichtung; Norden.

 

Länderinfos zu Argentinien findet man hier und zu den 23 Provinzen und der einen autonomen Stadt dort. Auch sehr informativ auf englisch da und mal anders bitte sehr.

 

Am Fuße des Vulkans Lanín überquerten wir zum zweiten Mal die Grenze nach Argentinien. Wir flüchteten sozusagen vor der Wettervorhersage. Auf einem großen Flachbildschirm lief eine Komödie von DVD und der Grenzbeamte hatte ein Auge in unseren Unterlagen und das andere auf dem Schirm. Gelegentlich brachen Zöllner, Beamte und Polizisten allesamt in Gelächter aus und wir traten 25 Minuten später, schmunzelnd aus dem Gebäude. Auf ins argentinische Seengebiet. Argentinien 2.0.

 

Über den Roballos Pass verließen wir die Carretera Austral und betraten Argentinien zum dritten Mal. Der Zöllner war dort völlig alleine, denn wahrscheinlich nutzen nur sehr wenige Menschen diesen Grenzübergang. Per Hand füllte er unsere Einreisedokumente aus und verabschiedete uns nach wenigen Minuten. Wieder stressfrei und unkompliziert und so waren wir im argentinischen Teil Patagoniens angelangt. Argentinien 3.0.

 

Um ans Ende der Welt zu gelangen mussten wir auf Feuerland ein weiteres Mal die Grenzformalitäten hinter uns bringen. Der Übergang hieß Bella Vista (Schöne Aussicht) und die hatten wir am nächsten Tag als wir in Ushuaia ankamen. Viel südlicher ging es für uns kaum noch. Argentinien 4.0.

 

Was für die letzte Einreise nach Chile galt, galt auch für Argentinien. Die Vorzeichen mögen etwas verschieden sein, aber Fakt ist, dies ist der Anfang vom Ende oder das vorletzte Kapitel auf unserer Reise. Nach vielen vielen Monaten in südliche Richtung schlugen wir nun einen nördlichen Kurs ein. Vom Grenzposten trennten uns etwas weniger als 3.000 km von Buenos Aires. Argentinien 5.0.

 

 

Fazit:

Patagonische Steppe und Pampa, Südliches Eisfeld und Atlantikküste, gigantische Seen und buntfarbige Felsenlandschaften, Einsamkeit und Endlosigkeit, Weinberge und Mate, Jesuitenmissionen und glanzlose Städte, Arrayán-Bäume und versteinerte Wälder, Wasserfälle und Ölfelder, Wind und Hitze, Füchse und Guanakos, Gürtel- und Stinktiere, Papageien und Eulen, Nandus und Pinguine, Bambus und Schmetterlinge, Parrillas und Rindfleisch, Speiseeis und Siesta, vermüllte Parkplätze und das Ende der Welt. All das haben wir in Argentinien gefunden und freundliche Menschen.

 

Argentinien ist ein sehr großes und flaches Land, daher mit Steppe und Pampa leider oft sehr eintönig. Die wenigen punktuellen grandiosen Landschaftsbilder lagen vermehrt in der Nähe der Anden. Diese Landschaften verschlugen uns dann aber die Sprache, denn was hunderte Kilometer zuvor nicht schafften stürmte plötzlich in geballter Konzentration auf uns ein. Wir kamen bis ans Ende der Welt und fanden wieder zurück, drangen in Regenwald ein und kamen wieder heraus und querten sogar kurzzeitig die Grenze zu Brasilien.

 

Wir waren 83 Tage in Argentinien und sind 11.756 km auf vielen haarsträubenden Schotterstraßen gefahren. 451 km sind wir durch eine Landschaft gewandert, die nicht spektakulärer hätte sein können. Eines der herausragendsten Naturschauspielen auf unserer gesamten Reise hat uns der Perito Moreno Gletscher geboten. Der Anblick dieser 5 km breiten und 70 m hohen Eiswand war so atemberaubend schön und lässt sich kaum in Worte fassen. Im gleichen Los Glaciares Nationalpark auf der anderen Seeseite erwartete uns der Fitz Roy mit seinen Gletschern und Trabanten, wie dem Cerro Torre. Die Zeit des Wartens auf schönes Wetter hat sich mehr als gelohnt. Mit dem Abstecher ins Seengebiet waren wir im nördlichen Patagonien angekommen. Faszinierende, riesige Seen in unvorstellbaren Farben neben weißen Berggipfeln und gelb blühenden Büschen. Unbezahlbar! Allerdings zogen uns auch immer wieder die kleineren und nicht überfüllten Parks in ihren Bann, so auch der Perito Moreno Nationalpark mit seiner Halbinsel Belgrano, die von zweifarbigem Wasser umgeben war. Ein Fluss speiste türkisfarbenes Wasser ein, ein anderer graues. Wir haben lange überlegt, ob sich der Abstecher zu den Iguazú-Wasserfällen lohnen würde. Und ja, dieses dröhnende Naturwunder war es wert! Es war nicht nur ein Wasserfall, er beinhaltete alle Formen an Wasserfällen in einem. Nur eine einzige Stadt war beachtenswert: Buenos Aires. Dafür hatte diese Stadt für jeden etwas dabei: Koloniale Bauwerke, Kneipen, Grünanlagen, Atlantik, Plätze und 13 Millionen Menschen.

 

Wir verbrachten 83 Tage in Argentinien und hatten eine schöne Zeit. Wir sind dankbar, dass wir dieses Land bereisen durften. Seine Tierwelt und die netten, gastfreundlichen Menschen halfen oft über monotone Fahrtage hinweg .

Argentinia

After 89,288 km we reached at the Sico pass the border to Argentina at an altitude of 4,500 meters. Although its said that the neighboring countries of Chile and Argentina have animosities, we have not yet had such an effective border crossing. There was only one big border post where we walked from counter to counter at a single window front. Exit Chile, one step further entry Argentina, one step further exit Pancho and with the last step, Pancho's data was fed into the Argentine computer. Like this we only needed 25 minutes to get the gate up in front of us. The customs officer threw only of curiosity a glimpse in Pancho and asked if he could take some pictures. Finished and by the way in the border post was richly joked and laughed; wonderful.

 

We came from the Atacama Desert and stayed in the desert-like northwest of Argentina. At first nothing changed and when we were on a pleasant 3,000 meters after a day, the mountains shone in red and orange tones. Even in the first small town we could hardly find any differences with Chile, neither in the friendliness of the people, nor in the construction and unfortunately also not at the prices at the petrol station or in the little shop. The many Argentine travelers who drove out primarily on the bike to discover their own land were striking; great.

 

The eighth largest country in the world we are unable to even begin to travel. On our way south we will cross the border to Chile again and again in order to be able to marvel at some of Patagonia in both countries. Checkpoints will be the lake area, El Chaltén, Ushuaia on Tierra de Fuego and Buenos Aires. Many other destinations are on our wish list. Which is feasible in time will with joy willingly be headed for. One thing is for sure, when Ushuaia is reached the Panamerican Highway is over for us. Then there is only one cardinal direction; north.

 

Info about Argentina is found here and about the 23 provinces and the one autonomic town there. As well very informative here and something different here you go.

 

At the foot of the volcano Lanín we crossed the border to Argentina for the second time. We escaped from the weather forecast, so to speak. On a big flat screen ran a comedy of DVD and the guy in charge had one eye in our records and the other on the screen. Occasionally, customs officers, officials and policemen all burst into laughter and we left smiling from the building 25 minutes later. To the Argentine Lake District. Argentina 2.0.

 

We left the Carretera Austral over the Roballos Pass and entered Argentina for the third time. The customs officer was completely alone there, since probably very few people use this border crossing. By hand he filled out our entry documents and dismissed us after a few minutes. Again stress-free and uncomplicated and so we arrived in the Argentine part of Patagonia. Argentina 3.0.

 

To get to the end of the world, we had to bear the border formalities once more at Tierra del Fuego. The crossing was called Bella Vista (beautiful view), which we had when we arrived in Ushuaia the next day. Much more southerly was hardly to obtain for us. Argentina 4.0.

 

What was true for the most recent entry to Chile, it was true also for Argentina. The signs may be somewhat different, but fact is, this is the beginning of the end or the second last chapter on our journey. After so many months in southern direction, we have now pursued a northern course. From the border we were separated a little less than 3,000 km from Buenos Aires. Argentina 5.0.

 

 

Résumé:

Patagonian steppe and pampa, Southern Patagonian Ice Field and Atlantic coast, gigantic lakes and colorful rock landscapes, loneliness and endlessness, vineyards and mate, Jesuit missions and drab cities, Chilean myrtle and petrified forests, waterfalls and oilfields, wind and heat, foxes and guanacos, armadillos and skunks, parrots and owls, rheas and penguins, bamboo and butterflies, parrillas and beef, ice cream and siesta, rubbish-strewn parking areas and the end of the world. We found all of this in Argentina and friendly people.

 

Argentina is a very large and flat country, therefore with steppe and pampa unfortunately often very monotonous. The few and far between grandiose sceneries were increasingly close to the Andes. These landscapes however turned us speechless, for what hundreds of kilometers before were not able to manage, suddenly stormed in solid strength on us. We came to the end of the world and found back again, invaded rainforest and came out again and even crossed the border with Brazil briefly.

 

We were 83 days in Argentina and drove 11,756 km on many dreadful gravel roads. 451 km we have hiked through a landscape that could not have been more spectacular. One of the most outstanding natural spectacles on our entire journey has been presented to us by the Perito Moreno Glacier. The sight of this 5 km wide and 70 m high wall of ice was so breathtakingly beautiful and can hardly be summed up in words. In the same Los Glaciares National Park on the other side of the lake, Fitz Roy awaited us with his glaciers and satellites, like the Cerro Torre. The time waiting for good weather has been more than worth it. With a trip to the area of lakes we arrived in northern Patagonia. Fascinating, huge lakes in unimaginable colors next to white mountain tops and yellow-blossoming bushes. Priceless! However, again and again the smaller and not crowded parks captivated us, including the Perito Moreno National Park with its Belgrano peninsula, which was surrounded by two-colored water. One river fed turquoise water, another gray. We have long considered whether the detour to the Iguazu Falls would be worthwhile. And yes, this roaring natural wonder was worth it! It was not only a waterfall, it included all forms of falls in one. Only one city was noteworthy: Buenos Aires. Therefor this city had something for everyone: Colonial buildings, pubs, green areas, Atlantic, squares and 13 million people.

 

We spent 83 days in Argentina and had a nice time. We are thankful that we were allowed to travel to this country. Its wildlife and the friendly, hospitable people often helped over monotonous driving days .


Flagge Kanadas

1. Einreise/Entry: 28.09.2017   1. Ausreise/Exit: 08.10.2017

 

2. Einreise/Entry: 15.11.2017   2. Ausreise/Exit: 26.11.2017

 

3. Einreise/Entry: 29.12.2017   3. Ausreise/Exit: 13.01.2018

 

4. Einreise/Entry: 27.01.2018   4. Ausreise/Exit: 04.02.2018

 

5. Einreise/Entry: 06.02.2018   5. Ausreise/Exit: 16.03.2018

 

Hauptstadt/Capital: Buenos Aires

Einwohner/Citizen: 42.610.981     Fläche/Area: 2.766.890 km²


Währung/Currency: Argentinischer Peso ARS: €/ARS 1/20.5 - 25.2

Übersichtskarte von Argentinien
Übersichtskarte von Argentinien


Ausgaben für:

  • Diesel: 1.924 €
  • Übernachtungen: 0 €
  • Nennenswerte nationale Transportmittel: 24,65 €
  • Reparaturen und Serviceleistungen an Pancho: 26,90 €
  • Versicherung für Pancho: 76,60 € (pro Monat)
  • Alles weitere: 1.475 €

 

min/max Diesel: 17,37/29,18 ARS

gefahrene km: 11.756

gewanderte km: 451

min/max Temperatur: -0,5/38,2°C

Expenses for:

  • Diesel: 1,924 €
  • Accommodations: 0 €
  • Appreciably national transportation: 24.65 €
  • Repairs and maintenance on Pancho: 26.90 €
  • Insurance for Pancho: 76.60 € (per month)
  • Everything else: 1,475 €

 

min/max diesel: 17.37/29.18 ARS

driven km: 11,756

hiked km: 451

min/max temperature: -0.5/38.2°C



Unsere Top Five:

  1. Der Los Glaciares Nationalpark: Wandern am unvergleichlichen Fitz Roy Massiv und das drittgrößte Eisfeld der Welt mit vielen Auslassgletschern, allen voran dem Perito Moreno Gletscher, beförderte diesen Nationalpark nach ganz oben auf unserer Liste.

  2. Das argentinische Seengebiet: Gegensätzlich aber genauso traumhaft schön präsentierte sich die bewaldete Region rund um Bariloche. In Gletschertälern reihten sich die Seen aneinander.

  3. Der Perito Moreno Nationalpark: Im Herzen lag die Peninsula Belgrano umgeben von Vulkanen und patagonischer Steppe. Eine einsame Wildnis, eine einsame Schönheit.

  4. Die Iguazú-Wasserfälle: Eines der größten Wasserfallsysteme der Welt rauschte im Dschungel unter uns in die Tiefe. Wem dies nicht beeindruckt ist inert, alle anderen werden staunen!

  5. Buenos Aires: Sicherlich eine der schönsten Städte Südamerikas. Tagsüber enge Straßenschluchten mit viel Glamour, nachts eine wilde Partymeile.

Our top five:

  1. The Los Glaciares National Park: Hiking at the matchless Fitz Roy Massif and the world's third largest ice field with many outlet glaciers, above all the Perito Moreno Glacier, promoted this national park to the top of our list.

  2. The Argentine area of lakes: The wooded region around Bariloche presented itself in contrast but equally fantastically beautiful. In glacial valleys the lakes laid lined up.

  3. The Perito Moreno National Park: The Peninsula Belgrano laid in the heart which was surrounded by volcanoes and Patagonia steppe. A lonely wilderness, a lonely beauty.

  4. The Iguazu Falls: One of the largest waterfall systems in the world roared in the jungle beneath us into the deep. Who is not impressed by this is inert, everyone else will be amazed!

  5. Buenos Aires: Certainly one of the most beautiful cities in South America. During the day narrow street canyons with a lot of glamor, at night a wild party mile.



 

 Gewöhnungsbedürftig, abwechslungsreich aber oft monoton