Chile

Nach 88.877 km erreichten wir nach der anstrengenden Lagunenroute die Grenze nach Chile. Es war eine merkwürdige Grenzüberschreitung in Hito Cajón, wobei wir nicht einmal wissen ob das einsame Häuschen auf Seiten Boliviens einen Namen hatte. Nach zwei Minuten hatten wir unseren Ausreisestempel auf 4.300 Höhenmeter erhalten, dafür wurde aber Pancho nicht beachtet. Der neue Grenzposten in Hito Cajón strafte uns mit verschlossenen Türen und wegen der Zeitverschiebung mussten wir uns eilen 42 km und 1.700 Höhenmeter zurückzulegen, um 10 Minuten vor Feierabend in San Pedro de Atacama unsere Einreise und Zollabwicklung durchzuführen. Nach 50 Minuten waren wir legitim im Land, bekamen aber Bohnen und Linsen abgenommen (Einfuhrverbot von Lebensmitteln).

 

Nach kalten Tagen und eisigen Nächten brach uns der Schweiß in der heißen Sonne der Atacamawüste aus. Natürlich bot sich uns ein komplett anderes Landschaftsbild, wobei wir die eisbedeckten Vulkane die wir noch am Tage zuvor umfahren hatten aus der Tiefe der Wüste sahen (2.550 Höhenmeter). Sand und nackter Fels prägte das Umfeld von San Pedro de Atacama, aber noch viel entscheidender für uns: Die Menschen! Endlich sahen wir wieder freundliche Gesichter, wir wurden gegrüßt und hatten das Gefühl sehr willkommen zu sein. Kehrseite der Medaille waren die Kosten. Alles war um ein vielfaches teurer als in Bolivien, vieles hatte das Niveau Deutschlands.

 

Was erwartet uns nun in Chile... Ein Land welches 4.300 km lang, aber nur ca. 100 km breit ist. Ein Land welches die trockenste Wüste im Norden und eines der regenreichsten Gebiete der Welt in der Mitte sein eigen nennt. Eine Vulkankette die als Grenzregion nach Argentinien fungiert und Patagonien, das im Süden Gletscher, Flüsse und Seen aufweist, zu viele um sie in einem Menschenleben alle gesehen zu haben. Wenn uns der Wind um die Ohren peitscht wissen wir, dass Feuerland nicht mehr weit sein kann.

 

Länderinfos zu Chile findet man hier und zu den 15 Regionen dort. Auch sehr informativ auf englisch da und mal anders bitte sehr.

 

Auch die zweite Grenzüberquerung am Jama Pass verlief professionell. Nach wenigen Minuten betrat der Zöllner Pancho und bevor er unser Obst konfiszieren konnte futterten wir es ihm vor seinen Augen weg. Anschließend fuhren wir weitere 100 km auf über 4.000 Höhenmeter, vorbei an prächtigen Lagunen und einzigartigen Landschaften und als wir Bolivien mit den letzten Kilometern der Lagunenroute sahen ging es auch schon wieder bergab in die Atacamawüste nach San Pedro. Chile 2.0.

 

Grenzübergang Nummer 3 am Fuße des Vulkans Lanín war zwar nicht mehr mit dem argentinischen Grenzposten zusammen, aber die Beamten waren ebenso effizient wie die Male zuvor. Zwei saftlose Orangen überließen wir den Zöllnern, die restlichen frischen Lebensmitteln befanden sich in unseren Jackentaschen oder unterm Bett. Über bekannte Strecke, aber nun mit strahlend blauem Himmel, rollten wir hinunter in Richtung Pucón. Chile 3.0.

 

Bei der vierten Grenzüberschreitung in Villa Dorotea agierten wir wie alte Hasen. Die Beamten arbeiteten wie wir es erwartet hatten und fanden nichts, was sie nicht finden sollten. Nur die beiden vertrockneten Knoblauchzehen nahm der Herr als Trophäe mit, sollte er auch. 15 km später und wir waren in Puerto Natales am Última Esperanza Sund. Chile 4.0.

 

Chile 5.0 war ein trauriges Ereignis, da es unsere letzte Einreise nach Chile war und mit Abstand der kürzeste Aufenthalt werden sollte.

 

 

Fazit:

Atacamawüste und Pazifik, Stelzen- und Holzhäuser, Geisterstädte und Santiago de Chile, Salpeter- und Kupferminen, Feuerland und Magellanstraße, Wasserfälle und volle glasklare Flüsse, Fjorde und Fähren, Südbuchen und Araukarien, Schwarzzügelibisse und Flamingos, Königspinguine und Schwarzkopfschwäne, Regen und patagonische Steppe, Marmorkapelle und schneebedeckte Vulkane, riesige Seen und kanadische Biber, rot blühendes Gras und Wildrosen, Curanto und Holzkirchen, Schwarzwälder Kirschtorte und Carménère, am Straßenrand Totenschreine und Bienenstöcke. All das haben wir in Chile gefunden und sehr liebenswerte und gastfreundliche Menschen.

 

Chile, das Land wo die Welt zu Ende ist (dies bedeutet chilli in der Sprache der Aymara), fühlte sich modern und fortschrittlich an. Die Landschaft und der herzliche Empfang haben es in Sekunden geschafft, dass wir uns verliebten. Chile ist durch seine Nord-Süd-Ausdehnung so unterschiedlich, dass ein Highlight herauszupicken uns schwer fällt; denn jede Provinz weiter in Richtung Süden bot uns etwas anderes zu der davor. Vielleicht ist die größte Erkenntnis für uns das Unkomplizierte, die Gelassenheit und die Ruhe, die überall zu spüren waren, oder aber die Vielfalt der Landschaft aufgrund der rund 4.300 km Länge des Landes. Auf unserem Trip wäre die nur vergleichbar mit der der Vereinten Staaten.

 

Wir waren 93 Tage in Chile und sind 10.171 km auf guten Straßen gefahren. 483 km sind wir durch eine atemberaubende Landschaft gewandert. Die Atacamawüste war für uns das Highlight. Atemberaubend schön und bizarr, obwohl sie nichts hatte außer Sand, Salz und Stein. Eine der schönsten Straßen auf unserem Weg: Die Carretera Austral. Zumindest wenn das Wetter mitspielte zog sie uns in ihren Bann. Die einmaligen Marmorhöhlen zum Beispiel, oder die Wasserfarben die oft fehl am Platz wirkten. Das Araukariengebiet ist ein Traum für jeden Wanderer. Die uralten Bäume umgeben von schneebedeckten Vulkanen ließen unsere Herzen höher schlagen. Auf der Insel Chilóe gab es für uns in den urigen Städtchen viel zu entdecken. Dort hatte keiner Eile und man braucht Zeit zum Verweilen. Zu guter Letzt nehmen wir Santiago de Chile auf. Mit ihren riesigen Malls war sie modern und mit ihren Alleen wahnsinnig grün zugleich. In kürzester Zeit kann man in die Natur flüchten und den größten Stadtpark Lateinamerikas genießen.

 

Wir verbrachten 93 Tage in Chile. Der Abschied fiel uns schwer, auch wenn wir wissen dass er nicht für immer ist. Wir werden zurückkommen und freuen uns jetzt schon darauf diese einmalige Landschaft erneut erfahren zu können. Die sehr herzlichen Chilenen, die eine unglaubliche Ruhe ausstrahlten, steuerten ihren Teil dazu bei, dass Chile eine gigantische Erfahrung wurde .

Chile

After 88,877 km we reached the border to Chile after the exhausting lagoon route. It was a strange border crossing in Hito Cajón, although we did not even know if the lonely cottage had a name on Bolivia's side. After two minutes we had received our exit stamp at 4,300 meters, but Pancho was disregarded. The new border post in Hito Cajón punished us with closed doors and due to the time shift we had to rush 42 km and 1,700 meters of altitude to carry out our entry and customs clearance just 10 minutes before finish work in San Pedro de Atacama. After 50 minutes we were legitimate in the country, but got beans and lentils taken away (ban on food imports).

 

After cold days and icy nights the sweat broke out in the hot sun of the Atacama. Of course we had a completely different landscape, although we saw the ice-covered volcanoes that we had passed the day before from the depths of the desert (2,550 meters above the sea). Sand and bare rock shaped the environment of San Pedro de Atacama, but much more decisive for us: the people! At last we saw friendly faces again, we were greeted and felt very welcome. On the other side of the coin were the cost. Everything was much more expensive than in Bolivia, many things had the level of Germany.

 

What awaits us now in Chile... A country which is 4,300 km long, but only about 100 km wide. A land called the driest desert in the north and one of the most rainy areas in the world in the middle. A volcanic chain that acts as a border region to Argentina and Patagonia, which in the south has glaciers, rivers and lakes, too many to have seen them all in a human life. When the wind whips around our ears we know that Tierra del Fuego can't be far away.

 

Info about Chile is found here and about the 15 regions there. As well very informative here and something different here you go.

 

Also the second border crossing at the Jama Pass was professional. The customs officer entered Pancho after a few minutes and before he could confiscate our fruits, we munched it in front of him. Then we drove another 100 km over 4,000 meters of altitude, past magnificent lagoons and unique landscapes and as we saw the last kilometers of the lagoon route in Bolivia we went once more downhill into the Atacama Desert to San Pedro. Chile 2.0.

 

Border crossing number 3 at the foot of the volcano Lanín was no longer associated with the Argentine border post, but the officials were as efficient as the times before. Two sapless oranges were left for the customs, the remaining fresh foods were in our jackets pockets or under the bed. Over known route, but now with a bright blue sky, we rolled down towards Pucón. Chile 3.0.

 

At the fourth border crossing in Villa Dorotea we acted like old hands. The officials worked as we expected and found nothing they should not find. The gentleman took only the two dried cloves of garlic as a trophy, he ought so. 15 km later and we were in Puerto Natales at the Última Esperanza Sound. Chile 4.0.

 

Chile 5.0 was a sad event as it was our last entry to Chile and should be by far the shortest stay.

 

 

Résumé:

Atacama Desert and Pacific, stilts and wooden houses, ghost towns and Santiago de Chile, nitrate and copper mines, Tierra del Fuego and Strait of Magellan, waterfalls and full crystal clear rivers, fjords and ferries, lenga beeches and araucarias, black-faced ibises and flamingos, king penguins and black-necked swans, rain and patagonian steppe, marble chapel and snow-capped volcanoes, giant lakes and canadian beavers, red blooming grass and wild roses, Curanto and wooden churches, Black Forest cake and Carménère, on the roadside caskets and hives. All this we found in Chile and very lovable and hospitable people.

 

Chile, the country where the world ends (this means chilli in the language of the Aymara), felt modern and progressive. The landscape and the warm welcome made us fell in love with it in seconds. Chile is due to its north-south extension so different that to pick a highlight is hard for us; because every province farther south offered us something different to that before. Perhaps the greatest insight for us is the simplicity, serenity and tranquility that were felt everywhere, or the diversity of the landscape due to the approximately 4,300 km length of the country. On our trip, it would only be comparable to that of the United States.

 

We were 93 days in Chile and travelled 10,171 km on good roads. 483 km we have hiked through a breathtaking landscape. The Atacama Desert was the greatest highlight for us. Stunningly beautiful and bizarre, although it had nothing but sand, salt and stone. One of the most beautiful roads on our way: The Carretera Austral. At least when the weather was good, she pulled us into her spell. The unique marble caves, for example, or the colors of the water which often seemed out of place. The region of araucarias is a dream for every hiker. The ancient trees surrounded by snow-capped volcanoes made our hearts beat faster. On the Island of Chilóe there was much to discover in the quaint towns for us. There was no rush and it takes time to linger. Finally, we include Santiago de Chile. With its huge malls it was modern and with its alleys insanely green all at once. In no time you can escape into nature and enjoy the largest city park in Latin America.

 

We spent 93 days in Chile. We had a hard time saying goodbye, even if we know that it was not forever. We will come back and look forward to experiencing this unique landscape again. The very cordial Chileans, who radiated an incredible peace, contributed their part to make Chile a gigantic experience .


Flagge Kanadas

1. Einreise/Entry: 23.09.2017   1. Ausreise/Exit: 28.09.2017

 

2. Einreise/Entry: 08.10.2017   2. Ausreise/Exit: 15.11.2017

 

3. Einreise/Entry: 26.11.2017   3. Ausreise/Exit: 29.12.2017

 

4. Einreise/Entry: 13.01.2018   4. Ausreise/Exit: 27.01.2017

 

5. Einreise/Entry: 04.02.2018   5. Ausreise/Exit: 06.02.2018

 

Hauptstadt/Capital: Santiago de Chile

Einwohner/Citizen: 17.216.945      Fläche/Area: 756.950 km²


Währung/Currency: Chilenischer Peso CLP: €/CLP 1/741.90

Übersichtskarte von Chile
Übersichtskarte von Chile


Ausgaben für:

  • Diesel: 1.911 €
  • Übernachtungen: 13,50 €
  • Nennenswerte nationale Transportmittel: 273,80 €
  • Reparaturen und Serviceleistungen an Pancho: 323,5 €
  • Versicherung für Pancho: 76,60 € (pro Monat)
  • Alles weitere: 2.372 €

 

min/max Diesel: 467/733 CLP

gefahrene km: 10.171

gewanderte km: 483

min/max Temperatur: 1,4/33,8°C

Expenses for:

  • Diesel: 1,911 €
  • Accommodations: 13.50 €
  • Appreciably national transportation: 273.80 €
  • Repairs and maintenance on Pancho: 323.50 €
  • Insurance for Pancho: 76.60 € (per month)
  • Everything else: 2,372 €

 

min/max diesel: 467/733 CLP

driven km: 10,171

hiked km: 483

min/max temperature: 1.4/33.8°C



Unsere Top Five:

  1. Die Atacamawüste: Die trockenste Wüste auf Erden bietet extrem viel Abwechslung, doch Vorsicht nach Trinkwasser sucht man vergebens!
  2. Die Carretera Austral: Die vielleicht schönste Route in Chile führt über 1.100 km durch fast unberührte Wildnis, doch das Wetter spielt einem manchmal übel mit.
  3. Das Araukariengebiet: Für uns die schönsten Nationalparks in Chile.
  4. Die Insel Chiloé: Die zweitgrößte Insel Chiles tickt langsamer und ist in vielen Belangen anders als das Festland.
  5. Santiago und Umgebung: Eine Metropole durch und durch und mit den Anden im Hinterland und den Stränden nur 50 km entfernt eine coole Megastadt.

Our top five:

  1. The Atacama Desert: The driest desert on earth offers a lot of variety, but be aware of drinking water one searches in vain!

  2. The Carretera Austral: Perhaps the most beautiful route in Chile leads over 1,100 km through almost untouched wilderness, but the weather sometimes plays a dirty trick on one.
  3. The region of araucarias: For us the most beautiful national parks in Chile.

  4. The Chiloé Island: The second largest island of Chile is ticking slower and is different from the mainland in many aspects.
  5. Santiago and the surrounding area: A metropolis through and through and with the Andes in the hinterland and the beaches only 50 km away a cool megacity.



 

 Landschaftlicher Wahnsinn auf 4.300 km Länge