Kolumbien

Als Pancho im Hafen von Cartagena von Bord des Frachters rollte, hatten wir bereits 71.562 km hinter uns. Mehr als 15 Tonnen Diesel verfuhren wir in Nord- und Zentralamerika. Der Auftakt in Südamerika gestaltete sich anders, da wir per Segelboot einreisten und Pancho bei Seaboard in guten Händen war. Für den ganzen Papierkram benötigten wir jeweils zwei volle Tage in Panama sowie in Kolumbien.

 

Im Vergleich zu den zentralamerikanischen Ländern war Kolumbien sofort verschieden. Cartagenas kolonialer Stadtkern wurde nur von denen in Mexiko übertroffen, die Anzahl der Motorräder war erschreckend und die meisten Hauptstraßen durchs Land sind mautpflichtig. Kolumbien ist mehr als 3-fach so groß wie Deutschland und beherbergt die unterschiedlichsten Landschaftsformen. Diese Abwechslung, die Offenheit der Kolumbianer und deren Feierlaune lassen alte Geschichten von Drogenkriegen, der FARC, Menschenrechtsverletzungen und politischen Morden langsam in den Hintergrund rücken. Es gibt sie alle noch, aber das Land ist auf dem besten Weg sich zu stabilisieren.

 

Die Liste der Dinge auf die wir uns freuen ist lang. Cartagena sahen wir schon, den Nationalpark Tayrona werden wir nicht sehen, da die Karibikstrände einen Monat Erholungsurlaub von Besuchern bekommen, aber wir werden zu der präkolumbischen Stadt Perdida im höchsten Küstengebirge auf Erden wandern, die Wüsten und Dünenfeldern an der Grenze zu Venezuela aufsuchen, die Metropolen Bogotá und Medellín erkunden und endlich die Anden kennen lernen. Wandern, Kaffee trinken, eventuell raften und Mountainbiken sind einige Optionen. Das Amazonasgebiet bleibt hier Flugreisenden vorbehalten und auch den Pazifik lassen wir links liegen. Endlich kommen wieder Berge!

 

Länderinfos zu Kolumbien findet man hier und zu den Provinzen dort. Auch sehr informativ auf englisch da und mal anders bitte sehr.

 

 

Fazit:

Karibik und Anden, vielfältige Wüsten und Weideland, Reis und reife Früchte, Zecken und Pferde, Bergdörfer und fortschrittliche Großstädte, Wasserfälle und Regen, üppige grüne Landschaften und farbige Blütenpracht, Wachspalmen und blühende Kaffeestauden, Schotterpisten und Erdrutsche, lausige Bäcker und Billardhallen, Gräber und Wächter, Coca und Arepas (Mais-Käse Pfannkuchen). All das haben wir in Kolumbien gefunden und sehr interessierte, neugierige und überaus gastfreundliche Menschen.

 

Unser Start in Südamerika. Die ersten beiden Tage in Kolumbien hat uns viel Rennerei in Cartagena eingebracht, danach hat die malerische Stadt uns einen schönen Empfang bereitgehalten. Zu Beginn verflog die Zeit an der Karibik wie im Flug, dann aber rückten die Anden endlich näher. Die längste Gebirgskette der Welt war erreicht. Durch die Regenzeit hatten wir überall Wasserfälle, leider aber auch täglichen Regen. Wir hatten dieses Bild von weiten Blicken über die Anden im Kopf, aber dies ist nicht Kolumbien. Kolumbien ist steil mit enormen Flusstälern und überaus vielfältig; die grenzenlose Weite fanden wir aber nicht.

 

Wir waren 77 Tage in Kolumbien und sind 4.557 km gefahren, das meiste davon beinahe in Schritttempo auf Schotterstraßen. 393 km wanderten wir durch wunderschöne Andenlandschaften, davon 55 zur Ciudad Perdida. Die verlorene Stadt in den Bergen ist eines unserer Highlights. Der Treck ging durch Regenwald bergan, bis wir die riesige Stätte einer längst vergangenen Kultur betraten. Beeindruckend aber auch kräftezehrend. Jedoch hat Barichara es uns angetan. Mit seiner traumhaften Lage, Wandermöglichkeiten und ein perfektes Ambiente hat es dieses bezaubernde koloniale Bergdorf geschafft, für uns unvergesslich zu werden. Was Kolumbien ausmacht sind die Schotterpisten über die Andenpässe. Wir benötigten ewig, aber mit kaum Verkehr kann man hier die unterschiedlichsten Landschaftsformen bewundern. Diese Straßen sind den mautpflichtigen Asphaltschlangen immer vorzuziehen.

 

Wir verbrachten 77 schöne Tage in Kolumbien. Das Land war auf unserer Wunschliste und wir sind bestärkt worden, dass es ein Reiseland mit immensen Potential ist. Nur sollte man den Regenkalender studieren bevor man in den Flieger steigt, sonst werden die meisten Tage grau in grau, so wie wir über weite Strecken die Anden erlebten. Regen hin oder her in Kolumbien haben wir die herzlichsten und neugierigsten Menschen angetroffen .

Colombia

Once Pancho rolled into the port of Cartagena by disembarking the freighter, we had already 71,562 km behind us. We have used up more than 15 tons of diesel in North and Central America. The start in South America proved to be different because we traveled by sailboat while Pancho was in good hands by Seaboard. For all the paperwork we needed two full days in Panama and Colombia in each case.

 

In comparison to the Central American countries was Colombia immediately different. Cartagena's colonial center was surpassed only by those in Mexico, the number of motorcycles was appalling and most main roads through the country are toll roads. Colombia is more than 3 times as big as Germany and is home to the most diverse landscapes. This variety, the openness of the Colombians and their celebratory mood can move old stories of drug wars, the FARC, human rights violations and political assassinations slowly in the background. Still they all exist, but the country is on its way to stabilize.

 

There is a long list of things on which we look forward. We already saw Cartagena, we won't see the Tayrona National Park since the Caribbean beaches get a month holiday from visitors, but we will hike to the pre-Columbian city Perdida in the highest coastal mountain range on earth, go to see the desert and dune fields on the border with Venezuela, explore the cities of Bogotá and Medellín and finally meet the Andes. Hiking, to take coffee, possibly rafting and mountain biking are some options. The Amazon region is here reserved for air traveler and we ignore the Pacific as well. Finally, mountains are back!

 

Info about Colombia are found here and about the departments there. As well very informative here and something different here you go.

 

 

Résumé:

Caribbean and Andes, diverse deserts and pasture, rice and ripe fruits, ticks and horses, mountain villages and progressive large cities, waterfalls and rain, lush green landscapes and colorful blossom, wax palms and blooming coffee bushes, gravel roads and landslides, lousy bakers and billiard halls, tombs and guardians, coca and arepas (corn-cheese pancake). All this we found in Colombia and very interested, curious and very hospitable people.

 

Our start in South America. The first two days in Colombia have brought us a lot of legwork in Cartagena, after which the picturesque city has provided us with a nice welcome. At the beginning the time went by at the Caribbean, but then the Andes finally approached. The longest mountain chain in the world was reached. Through the rainy season we had waterfalls everywhere, but unfortunately also daily rain. We had this picture of far vistas over the Andes in the head, but this is not Colombia. Colombia is steep with enormous river valleys and extremely diverse; but we didn't find the boundless vast.

 

We were 77 days in Colombia and drove 4,557 km, most of them almost at step speed on gravel roads. We hiked 393 km through beautiful Andean landscapes, of which 55 to the Ciudad Perdida. The Lost City in the mountains is one of our highlights. The trek went uphill through rainforest until we entered the huge site of a long-past culture. Impressive but also strength-sapping. However, we really fall for Barichara. With its fantastic location, hiking opportunities and a perfect ambience, this charming colonial mountain village has managed to make itself unforgettable. What constitutes Colombia are the dirt roads over the Andean passes. It took forever, but with hardly any traffic one can admire the most diverse landscape forms. These roads are always preferable to toll asphalt snakes.

 

We spent 77 beautiful days in Colombia. The country was on our wish list and we have been encouraged that it is a country with immense potential. Only one should study the rain calendar before getting on the plane, otherwise most days will be gray and drab, just as we experienced the Andes over long distances. All rain aside, in Colombia we have encountered the most cordial and curious people .


Flagge Kanadas

Einreise/Entry: 18.01.2017   

Ausreise/Exit: 04.04.2017

 

Hauptstadt/Capital: Bogotá

Einwohner/Citizen: 47.997.215

 

Fläche/Area: 1.138.910 km²

 

Währung/Currency: Kolumbianischer Peso COP:

€/COP 1/3.131


Übersichtskarte von Kolumbien
Übersichtskarte von Kolumbien


Ausgaben für:

  • Diesel: 756 €
  • Übernachtungen: 108 €
  • Nennenswerte nationale Transportmittel: 135 €
  • Reparaturen und Serviceleistungen an Pancho: 6,40 € + 585 € für die Hafengebühr
  • Versicherung für Pancho: 65 € (90 Tage)
  • Alles weitere: 2.469 €

 

min/max Diesel: 1.321/2.335 COP

gefahrene km: 4.557

gewanderte km: 393

min/max Temperatur: 10,8/35,3°C

Expenses for:

  • Diesel: 756 €
  • Accommodations: 108 €
  • Appreciably national transportation: 135 €
  • Repairs and maintenance on Pancho: 6.40 € + 585 € for the port charge
  • Insurance for Pancho: 65 € (90 days)
  • Everything else: 2,469 €

 

min/max diesel: 1,321/2,335 COP

driven km: 4,557

hiked km: 393

min/max temperature: 10.8/35.3°C



Unsere Top Five:

  1. Barichara: Das schönste und entspannteste koloniale Städtchen welches wir fanden. Die Lage und Landschaft waren umwerfend.

  2. Die Buckelpisten: Immer anstrengend und zeitauf-wendig aber wegen geringem Verkehrsaufkommen hat man reichlich Zeit für die Szenerie: Trampolina del Muerte, Wachspalmenstrecke hinter Salento, Anfahrt nach Villa de Leyva oder die Strecke durch den Sogamoso Canyon hoch nach Zapatoca und rüber nach Barichara.
  3. Die viertägige Wanderung zur präkolumbischen Stadt Ciudad Perdida in der Sierra Nevada de Santa Marta.
  4. Die archäologischen Stätten Tierradentro und San Augustín: Die UNESCO schützt zum einen Grabstätten und zum anderen Statuen als Totenwächter; beides aus Vulkangestein.
  5. Cabo de la Vela: Nicht der Ort, sondern wegen der Einsamkeit der Wüste, der Schönheit eines rauen Landes.

Our top five:

  1. Barichara: The most beautiful and most relaxed colonial town we found. The location and scenery were gorgeous.

  2. The gravel roads: Always exhausting and time consuming but due to low traffic you have plenty of time for the scenery: Trampoline del Muerte, wax palm route behind Salento, the drive to Villa de Leyva or the way through the canyon of Sogamoso up to Zapatoca and over to Barichara.
  3. The four-day hike to the pre-Columbian city of Ciudad Perdida in the Sierra Nevada de Santa Marta.
  4. The archaeological sites of Tierradentro and San Augustín: UNESCO protects on one tombs and on the other statues as guards of the dead; both made of volcanic rock.
  5. Cabo de la Vela: Not the place, but for the solitude of the desert, the beauty of a rough country.


 

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